Ravensburg blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Von frühen Siedlungsspuren über die Zeit als freie Reichsstadt bis hin zur modernen Kultur- und Wirtschaftsstadt hat sich Ravensburg über Jahrhunderte hinweg stetig weiterentwickelt. Besonders prägend waren die mittelalterliche Handelsblüte, die Rolle als Reichsstadt und die bis heute gut erhaltene historische Altstadt.

Frühe Geschichte und Entstehung

  • ca. 2000 v. Chr. – Erste Siedlungsspuren auf dem heutigen Stadtgebiet.
  • 15 v. Chr. – Römersiedlungen im mittleren Schussental.
  • 1088 – Erste Erwähnung der Burg Ravensburg.
  • 12. Jahrhundert – Herzog Welf IV. lässt die Burg errichten.
  • Zu Füßen der Burg entsteht der Burgflecken Ravensburg.
  • 1152 – Ravensburg wird erstmals urkundlich als welfischer „Markt“ (forum) erwähnt.

Mittelalter und Aufstieg zur Reichsstadt

  • 1191 – Ravensburg wird staufisch.
  • 1276 – Ravensburg wird freie Reichsstadt.
  • 1330 – Große Stadterweiterung: Die Unterstadt entsteht, außerdem wird die Zunftverfassung eingeführt.
  • 1331 – Ravensburg tritt dem Bodenseestädtebund bei.
  • ab 1363 – Die Stadt erwirbt ein eigenes kleines Territorium, unter anderem Schmalegg.

Blütezeit als Handelsstadt

  • 1380–1530 – Die von der Familie Humpis geführte Handelsgesellschaft erlangt europaweite Bedeutung.
  • um 1500 – Ravensburg zählt etwa 4.500 bis 5.000 Einwohner und gehört damit zu den sechs größten Städten Schwabens.

Reformation, Krieg und Wandel

  • 1544–1546 – Einführung der Reformation.
  • 1632–1648 – Niedergang der Stadt im Dreißigjährigen Krieg.
  • 1648 – Im Westfälischen Frieden wird die Gleichberechtigung beider Konfessionen reichsrechtlich festgeschrieben.

Vom Ende der Reichsstadt zur württembergischen Stadt

  • 1802 – Ravensburg wird bayerisch und hat rund 3.200 Einwohner.
  • 1806 – Die Ravensburger Klöster werden aufgehoben.
  • 1810 – Ravensburg wird von Bayern an das Königreich Württemberg abgetreten und Sitz eines Oberamts.
  • 1828/1829 – Die alten Zünfte werden abgeschafft; Beginn der Gewerbefreiheit.

Industrialisierung und Wachstum

  • ca. 1830 – Beginn der Industrialisierung, insbesondere in Textilindustrie und Maschinenbau.
  • 1847 – Ravensburg erhält Anschluss an die Eisenbahn.
  • 1876 – Die letzte der seit dem Mittelalter bestehenden Ravensburger Papiermühlen stellt ihren Betrieb ein.
  • 1880 – Ravensburg erhält ein Gymnasium.
  • 1900 – Die Stadt zählt etwa 13.500 Einwohner.

20. Jahrhundert

  • 1939–1945 – Ravensburg wird mit Weingarten zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen.
  • 1945 – Die im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebene Stadt ergibt sich kampflos der französischen Armee.
  • 1972–1974 – Eingliederung der Nachbargemeinden Eschach, Schmalegg, Taldorf und Adelsreute in die Stadt Ravensburg.
  • 1978 – Ravensburg wird Sitz einer Berufsakademie, der späteren Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg.
  • 1993 – Verleihung der internationalen Auszeichnung „Lebenswerte Stadt“ in Charleston/USA.

Ravensburg in der Gegenwart

  • 2000 – Das Heilig-Geist-Spital wird geriatrische Klinik.
  • 2003 – Erweiterung und Sanierung der Oberschwabenhalle.
  • 2004 – Eröffnung der Eissporthalle.
  • 2006 – Eröffnung der Kletterhalle.
  • 2007 – Aufstellung des Denkmals der grauen Busse.
  • 2009 – Eröffnung des Museums Humpis-Quartier.
  • 2013 – Eröffnung des Kunstmuseums Ravensburg.

Ravensburg heute

Heute verbindet Ravensburg seine reiche Geschichte mit modernem Stadtleben. Die historische Altstadt mit ihren Türmen und Toren, bedeutende Museen, kulturelle Veranstaltungen und die wirtschaftliche Entwicklung machen Ravensburg zu einer der markantesten Städte Oberschwabens.